- Das Krankenhaus
- Datenbasis
- Strategische Ausrichtung
- Betten
- Mitarbeiter
- Entwicklung der Fallzahlen
- Entwicklung des Case-Mix-Indexes
- Entwicklung des Gesamtumsatzes
- Entwicklung des Gesamtaufwands
- Entwicklung des wirtschaftlichen Ergebnisses
- Entwicklung der Renditen
- Entwicklung des wirtschaftlichen Eigenkapitals
- Entwicklung der Liquidität
- Ausblick
- Quellen
- Verfasser
- Disclaimer
Das Krankenhaus
Das St. Bernward Krankenhaus ist ein kirchliches Krankenhaus der Schwerpunktversorgung in Hildesheim. Es wird von der „St. Bernward Krankenhaus GmbH“ betrieben und gehört dem Elisabeth Vinzenz Verbund an, einem Zusammenschluss katholischer Krankenhäuser und Altenpflegeeinrichtungen.

Datenbasis
Für die Analyse liegen die Jahresabschlussdaten der Jahre 2021 und 2022 vor. Für die Jahre 2018 bis 2020 hat die die St. Bernward Krankenhaus GmbH keinen eigenen Abschluss veröffentlich, sondern von der Befreiungsregel nach § 264 HGB gebrauch gemacht. Es liegen für dieses Jahre lediglich die Konzernabschlüsse des Elisabeth Vinzenz Verbundes vor.
Strategische Ausrichtung
Das St. Bernward Krankenhaus hat sich zum Ziel gesetzt, stationäre und ambulante Leistungen auf höchstmöglichem qualitativen und quantitativen Niveau anzubieten und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den Fachbereichen Neurologie, Urologie, Pädiatrie und Geburtshilfe. Im Jahr 2020 wurde der Neubau eines Eltern-Kind-Zentrums initiiert. Das St. Bernward Krankenhaus ist zudem Träger mehrerer medizinischer Versorgungszentren.
Betten
Das St. Bernward Krankenhaus verfügte im Durchschnitt über 502 vollstationäre Betten.
Mitarbeiter
Im St. Bernward Krankenhaus wurden im Durchschnitt 1.620 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.
Entwicklung der Fallzahlen
Aufgrund der eingeschränkten Datenbasis liegen die Fallzahlen nur für die Jahre 2021 und 2022 vor. Im Jahr 2021 wurden 23.548 Patienten stationär aufgenommen. Im Jahr 2022 konnte die Zahl der Behandlungen um etwa 5 % auf 24.665 Patienten gesteigert werden.

Entwicklung des Case-Mix-Indexes
Der Case-Mix-Index (CMI) lag im Jahr 2021 bei einem Wert von 0,837. Im Jahr 2022 hat sich der CMI leicht reduziert und betrug 0,816.
Entwicklung des Gesamtumsatzes
Der Gesamtumsatz des St. Bernward Krankenhauses setzt sich zum größten Teil aus den Erlösen aus Krankenhausleistungen zusammen. Die Erlöse aus ambulanten Leistungen des Krankenhauses sowie die Erlöse aus den Wahlleistungen und das Nutzungsentgelt der Ärzte haben eine eher untergeordnete Bedeutung.

Das Wachstum der Patientenzahlen spiegelt sich in der Umsatzentwicklung wider. Der Gesamtumsatz stieg um rund 2,5 %. Die Reduktion des CMI wurde durch eine Erhöhung des Landesbasisfallwertes ausgeglichen. Zusätzlich sind coronabedingte Ausgleichszahlungen zu berücksichtigen.
Entwicklung des Gesamtaufwands
Der Gesamtaufwand des St. Bernward Krankenhauses ist von 178 Mio. € im Jahr 2021 um rund 4,5 % auf 170 Mio. € im Jahr 2022 gesunken. Diese Entwicklung widerspricht dem allgemeinen Trend eines deutlichen Kostenanstiegs in Krankenhäusern.

Ein Erklärungsansatz hierfür kann zum einen darin gesehen werden, dass das St. Bernward Krankenhaus im Jahr 2021 erhebliche Fördermittel aufwandswirksam in Anspruch genommen hat. Zum anderen lässt sich diese Entwicklung durch den Verlauf des Personal- und des Materialaufwands begründen.
Den größten Anteil am Gesamtaufwand hat der Personalaufwand. Dieser ist von 100 Mio. € im Jahr 2021 um 3% auf 103 Mio. € im Jahr 2022 gewachsen. Dieser Anstieg ist im Vergleich zu anderen Krankenhäuser sehr gering.

Ein weiterer zentraler Kostenfaktor ist der Materialaufwand. Dieser hat sich innerhalb des Berichtszeitraums geringfügig reduziert. Auch diese Entwicklung hebt sich deutlich von anderen Krankenhäusern ab, die zum Teil ein sehr deutliches Wachstum des Materialeinsatzes zu verzeichnen hatten.

Das St. Bernward Krankenhaus begründet diese Entwicklung einerseits dadurch, dass Kostensteigerung im Energiebereich durch längerfristige Lieferverträge verhindert werden konnten. Andererseits hat das Krankenhaus von den Einkaufsvorteilen des Elisabeth Vinzenz Verbundes profitiert.
Entwicklung des wirtschaftlichen Ergebnisses
Zur Ermittlung des Jahresüberschusses wird der erwirtschaftete Gesamtertrag (bestehend aus Gesamtumsatz, Bestandsveränderungen, sonstige Erträge, Fördermittelerträge etc.) dem Gesamtaufwand gegenüberstellt.

Hierbei wird deutlich, dass das St. Bernward Krankenhaus innerhalb des Berichtszeitraums keine Verluste erwirtschaftet hat. Zudem hat sich der Jahresüberschuss von 2021 auf 2022 nur geringfügig reduziert.

Der positive Verlauf des Jahresüberschusses wird maßgeblich durch die Entwicklung des Betriebsergebnisses bestimmt.

Dem St. Bernward Krankenhaus ist es gelungen, sowohl die Patienten- und Umsatzzahlen zu steigern als auch die wesentlichen Kosten im Personal- und Materialbereich durch ein effektives Kostenmanagement zu begrenzen.
Entwicklung der Renditen
Die Entwicklung des wirtschaftlichen Ergebnisses schlägt sich in den Renditekennzahler nieder.
Die betriebliche Umsatzrendite setzt das Betriebsergebnis in das Verhältnis zum Umsatz des Klinikums. Diese Kennzahl ist als ein Indikator der betriebswirtschaftlichen Effizienz anzusehen.

Die betriebliche Umsatzrendite lag im Mittel bei 2,23 % und damit deutlich über der in der Versorgungsregion erzielten Durchschnittsrendite.
Die Eigenkapitalrentabilität setzt den Jahresüberschuss in Verhältnis zum Eigenkapital. Diese Kennzahl misst die Verzinsung des investierten Eigenkapitals.

Das St Bernward Krankenhaus hat eine durchschnittliche Eigenkapitalverzinsung von 3,77% erzielt. Ein Wert, der sich deutlich von anderen Krankenhäusern in der Versorgungsregion abhebt.
Entwicklung des wirtschaftlichen Eigenkapitals
Das wirtschaftliche Eigenkapital besteht neben dem bilanziellen Eigenkapital anteilig aus dem Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Sachanlagevermögens. Dieser spiegelt die öffentlichen Mittel wider, die Krankenhäusern zur Vornahme von Investitionen gewährt werden. Die wirtschaftliche Eigenkapitalquote setzt das wirtschaftliche Eigenkapital ins Verhältnis zur Bilanzsumme.

Die wirtschaftliche Eigenkapitalquote ist als gut einzustufen. Sie betrug im Durchschnitt 51 %.
Entwicklung der Liquidität
Die Zahlungsfähigkeit des St. Bernward Krankenhauses liegt im guten Bereich. Die Liquidität 3. Grades betrug im Durchschnitt 269 % und liegt damit über dem Mindestwert von 100 %.

Ausblick
Der Insolvenzrisikowert misst das Risiko, dass ein Krankenhaus in den nächsten zwei Jahren in die Insolvenz geht. In die Berechnung des Insolvenzrisikowertes fließen Rendite- und Liquiditäts- und Stabilitätskennzahlen ein. Ein Risikowert unter 2 kennzeichnet eine hohe Insolvenzgefahr, eine akute Gefährdung der Einrichtung. Bei einem Score zwischen 2 und 3 ist das Krankenhaus zwar nicht akut insolvenzgefährdet, jedoch von finanziellen Schwierigkeiten bedroht. Ein Score über 3 kennzeichnet ein finanziell solides Krankenhaus.
Das St. Bernward Krankenhaus sieht sich mit einem geringen Insolvenzrisiko konfrontiert.

Die wesentlichen Gründe hierfür liegen einerseits in der guten Eigenkapitalbasis und andererseits in der angemessen Liquiditätsausstattung. Ebenso sind die positiven Renditen zu beachten.
Quellen
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (Hrsg.) (2023): Niedersächsischer Krankenhausplan 2023.
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (Hrsg.) (2024): Planbettenübersicht 2024.Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (Hrsg.) (2023): Niedersächsischer Krankenhausplan 2023.
St. Bernward Krankenhaus GmbH (2021): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2021 bis zum 31.12. 2021.
St. Bernward Krankenhaus GmbH (2022): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2022 bis zum 31.12. 2022.
Verfasser
Erstellt von Prof. Dr. Stefan Razik
Alle Rechte beim Verfasser
Letzte Aktualisierung 27.10. 2025
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