- Das Klinikum
- Trägerstruktur und Datenbasis
- Strategische Ausrichtung
- Betten
- Beschäftigte
- Entwicklung der stationären Fallzahlen
- Entwicklung des Case-Mix-Indexes
- Entwicklung des Gesamtumsatzes
- Entwicklung des Gesamtaufwands
- Entwicklung des wirtschaftlichen Ergebnisses
- Entwicklung der Rentabilitäten
- Entwicklung des wirtschaftlichen Eigenkapitals
- Entwicklung der Liquidität
- Ausblick
- Quellen
- Verfasser
- Disclaimer
Das Klinikum
Das Klinikum Osnabrück ist ein kommunales Krankenhaus der Maximalversorgung.

Das Klinikum verfügt über ein Bettenangebot in den folgenden medizinischen Fachabteilungen:
| Medizinische Fachabteilung | Betten |
| Chirurgie | 147 |
| Frauenheilkunde und Geburtshilfe | 53 |
| Innere Medizin | 269 |
| Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie | 26 |
| Neurochirurgie | 10 |
| Neurologie | 130 |
| Orthopädie | 50 |
| Urologie | 50 |
Trägerstruktur und Datenbasis
Das Klinikum Osnabrück befindet sich in der Trägerschaft der Klinikum Osnabrück GmbH. Hauptanteilseigner dieser Gesellschaft ist die Stadt Osnabrück.
Im elektronischen Unternehmensregister sind die Jahresabschlüsse der Klinikum Osnabrück GmbH für die Jahre 2018 bis 2024 hinterlegt.
Strategische Ausrichtung
Das Klinikum Osnabrück hat angesichts des Fachkräftemangels in den Gesundheitsberufen vielfältige Maßnahmen zur Erhaltung und Stärkung seines Mitarbeiterstamms eingeleitet. Ebenso wurden umfangreiche Schritte unternommen, um die Digitalisierung des Klinikums weiter voranzutreiben. Zudem möchte das Klinikum der ökologischen Nachhaltigkeit einen höheren Stellenwert einräumen. Schließlich verfolgt das Klinikum Osnabrück eine konsequente Qualitätsstrategie, um die Versorgung der Patientinnen und Patienten auf höchstem Niveau sicherzustellen.
Betten
Die Zahl der Betten hat sich vom 660 Jahr 2018 auf 735 im Jahr 2024 erhöht. Das Klinikum Osnabrück verfügte im Mittel über 696 vollstationäre Betten.
Beschäftigte
Die Zahl der Mitarbeitenden ist von 2.335 im Jahr 2018 um rund 37 Prozent auf 3200 im Jahr 2024 angestiegen. Im Durchschnitt waren 2.762 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.
Entwicklung der stationären Fallzahlen
Vor der Corona-Pandemie nahmen die stationären Behandlungszahlen zu. So erhöhte sich die Zahl der aufgenommenen Patienten von 2018 auf 2019 um rund 4 Prozent.

Im Jahr 2020, dem ersten Jahr der Corona-Pandemie, sank die stationäre Fallzahl im Vergleich zum Vorjahr um rund 8 Prozent. In den Jahren 2021 und 2022 stiegen die stationären Behandlungszahlen leicht um 1 bzw. 2 Prozent. In den Jahren 2023 und 2024 blieb die Anzahl der stationären Aufnahmen im Vergleich zum Jahr 2022 nahezu unverändert. Die bislang höchste Zahl der stationären Aufnahmen, 34.097 Patienten im Jahr 2019, konnte nicht mehr erreicht werden.
Entwicklung des Case-Mix-Indexes
Der Case-Mix-Indes (CMI) lag vor der DRG-Neugestaltung bei einem Wert von 1,247 im Jahr 2018 und 1,233 im Jahr 2019. Nach der DRG-Umstellung und dem pandemiebedingten Patientenrückgang hat sich der CMI im Jahr 2020 reduziert und betrug 1,018. Im Jahr 2021 lässt sich eine leichte Reduktion des CMI auf 1,010 feststellen. Im Jahr 2022 fiel der CMI auf 1,006. Die Jahre 2023 und 2024 gingen wiederum mit einem Rückgang des CMI auf 1,035 bzw. 1,004 einher.
Entwicklung des Gesamtumsatzes
Der Gesamtumsatz des Klinikums Osnabrück setzt sich zum größten Teil aus den Erlösen aus Krankenhausleistungen zusammen. Die Erlöse aus ambulanten Leistungen des Krankenhauses sowie die Erlöse aus den Wahlleistungen und das Nutzungsentgelt der Ärzte haben eine eher untergeordnete Bedeutung.
Der Gesamtumsatz stieg von 194 Mio. € im Jahr 2018 um rund 37 Prozent auf 265 Mio. € im Jahr 2024.

Bemerkenswert ist, dass sich der pandemiebedingte Rückgang der Fallzahlen nicht in der Umsatzentwicklung widerspiegelte. Dies ist vor allem auf staatliche Zuschüsse zur Kompensation der Folgen der Corona-Pandemie zurückzuführen. Zudem wurde der Landesbasisfallwert im Berichtszeitraum mehrfach angehoben.
Entwicklung des Gesamtaufwands
Der Gesamtaufwand des Klinikums Osnabrück ist von 198 Mio. € im Jahr 2018 um 52 Prozent auf 302 Mio. € im Jahr 2024 angestiegen. Eine im Vergleich zu anderen Häusern sehr deutliche Steigerung.

Der Personalaufwand stellt einen der wesentlichen Kostenfaktoren dar.

Bedingt durch einen Anstieg der Beschäftigtenzahl und durch höhere Tarif-Entgelte ist der Personalaufwand von 117 Mio. € im Jahr 2018 um rund 63 Prozent auf 191 Mio. € im Jahr 2024 angewachsen.
Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor auf den Gesamtaufwand ist der Materialaufwand, der von 2018 auf 2024 um 47 Prozent angestiegen ist.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges haben den Materialeinsatz deutlich erhöht. Bemerkenswert ist, dass die Steigerung im Vergleich zu anderen Häusern überdurchschnittlich hoch ausgefallen ist. Im 2024 konnte das Wachstum der Materialaufwands leicht gebremst werden. m
Entwicklung des wirtschaftlichen Ergebnisses
Zur Ermittlung des Jahresüberschusses wird der erwirtschaftete Gesamtertrag dem Gesamtaufwand gegenübergestellt.

Der Jahresüberschuss entwickelte sich innerhalb des Berichtszeitraums volatil. Im Jahr 2018 realisierte das Klinikum einen Jahresüberschuss von 3,1 Mio. €. Im Folgejahr 2019 ist eine deutliche Steigerung des Jahresüberschusses von über 33 Prozent auf 4,1 Mio. € zu verzeichnen. In den Jahren 2020 und 2021 verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation sehr deutlich. Mit einem Jahresfehlbetrag von etwa 2,3 Mio. € wurde im Jahr 2021 das schlechteste Ergebnis im betrachteten Zeitraum erzielt. Im Jahr 2022 trat eine trat eine deutliche Verbesserung ein. Im Jahr 2023 brach der Jahresüberschuss erneut ein. Im Jahr 2024 konnte der Verlust auf 0,4 Mio. € begrenzt werden.

Das Betriebsergebnis entwickelte sich im Berichtszeitraum volatil. Ausgehend von 5,8 Mio. € im Jahr 2018 erreichte es 2019 mit 6,7 Mio. € seinen Höchststand. In den Folgejahren kam es zu einem deutlichen Rückgang: 2021 rutschte das Betriebsergebnis erstmals in den negativen Bereich. Ab 2022 setzte eine Erholung ein – das Betriebsergebnis stieg auf 2,6 Mio. €, bevor es 2023 erneut auf 0,3 Mio. € zurückfiel. Im Geschäftsjahr 2024 konnte mit 3,5 Mio. € wieder eine deutliche Verbesserung erzielt werden. Trotz erheblicher Kostensteigerungen im Personal- und Materialbereich gelang es dem Klinikum, mit Ausnahme des Jahres 2021 durchgängig ein positives Betriebsergebnis zu erwirtschaften. Die Betriebsgewinne der Jahre 2023 und 2024 reichten jedoch nicht aus, um das negative Finanzergebnis zu kompensieren – das Klinikum wies daher in beiden Jahren einen Jahresfehlbetrag aus.

Entwicklung der Rentabilitäten
Die Entwicklung des wirtschaftlichen Ergebnisses spiegelt sich in der betrieblichen Umsatzrendite wider. Diese Kennzahl setzt das Betriebsergebnis ins Verhältnis zum Umsatz des Klinikums und dient somit als Indikator für die betriebswirtschaftliche Effizienz.

Die betriebliche Umsatzrendite verlief analog zum Betriebsergebnis wechselhaft. Nach 2,99 Prozent im Jahr 2018 stieg sie 2019 auf 3,25 Prozent – den höchsten Wert im Analysezeitraum. Ab 2020 setzte ein kontinuierlicher Rückgang ein: Bis 2021 verringerte sich die Rendite um insgesamt 3,41 Prozentpunkte auf −0,16 Prozent, den Tiefststand des Berichtszeitraums. Im Jahr 2022 erholte sich die betriebliche Umsatzrendite auf 1,09 Prozent, fiel jedoch 2023 erneut um rund einen Prozentpunkt. 2024 konnte wieder ein Anstieg auf 1,33 Prozent verzeichnet werden. Diese Entwicklung unterstreicht die angespannte Ertragslage des Klinikums, die sich bereits im Betriebsergebnis abzeichnete.
Die Eigenkapitalrentabilität setzt den Jahresüberschuss in Verhältnis zum Eigenkapital. Diese Kennzahl misst die Verzinsung des investierten Eigenkapitals.

Die Eigenkapitalrentabilität entwickelte sich im Betrachtungszeitraum volatil. In den Jahren 2018 und 2019 wurden durchgehend positive Werte erzielt, wobei 2019 mit 5,93 Prozent die höchste Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals erreicht wurde. Ab 2020 war ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Im Jahr 2021 fiel die Eigenkapitalrentabilität auf −3,22 Prozent – den niedrigsten Wert im Analysezeitraum. 2022 trat eine spürbare Erholung ein, bevor die Kennzahl in den Jahren 2023 und 2024 erneut deutlich zurückging.
Entwicklung des wirtschaftlichen Eigenkapitals
Das wirtschaftliche Eigenkapital besteht neben dem bilanziellen Eigenkapital anteilig aus dem Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Sachanlagevermögens. Dieser spiegelt die öffentlichen Mittel wider, die Krankenhäusern zur Vornahme von Investitionen gewährt werden. Die wirtschaftliche Eigenkapitalquote ergibt sich aus dem Verhältnis des wirtschaftlichen Eigenkapitals zur Bilanzsumme.

Die wirtschaftliche Eigenkapitalquote des Klinikums Osnabrück hat sich innerhalb des Berichtszeitraums nur unwesentlich verändert. Sie betrug im Durchschnitt 27 % und liegt somit leicht unter der Idealquote von 30 %.
Entwicklung der Liquidität
Die Zahlungsfähigkeit soll anhand der Liquidität 3. Grades beurteilt werden. Diese Kennzahl zeigt, inwieweit ein Krankenhaus seine kurzfristigen Verbindlichkeiten mit dem gesamten Umlaufvermögen decken kann. Grundsätzlich sollte die Liquidität 3. Grades einen Wert von mindestens 100 Prozent erreichen, um eine ausreichende Zahlungsfähigkeit sicherzustellen.

Die Liquidität 3. Grades unterlag innerhalb des Berichtszeitraums deutlichen Schwankungen, lag aber stets über der kritischen Marke von 100 Prozent.
Ausblick
Der Insolvenzrisikowert misst das Risiko, dass ein Krankenhaus in den nächsten zwei Jahren in die Insolvenz geht. In die Berechnung des Insolvenzrisikowertes fließen Rendite-, Liquiditäts- und Stabilitätskennzahlen ein. Ein Risikowert unter 2 kennzeichnet eine hohe Insolvenzgefahr, eine akute Gefährdung der Einrichtung. Bei einem Score zwischen 2 und 3 ist das Krankenhaus zwar nicht akut insolvenzgefährdet, jedoch von finanziellen Schwierigkeiten bedroht. Ein Score über 3 kennzeichnet ein finanziell solides Krankenhaus.

Der Insolvenzrisikowert des Klinikums Osnabrück hat sich im Berichtszeitraum deutlich verschlechtert. Das Klinikum befindet sich sich in akuten wirtschaftliche Schwierigkeiten. Daher müssen dringend weitere Maßnahmen zur Stärkung der Ertragskraft eingeleitet werden.
Quellen
Klinikum Osnabrück GmbH (2018): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2018 bis zum 31.12. 2018.
Klinikum Osnabrück GmbH (2019): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2019 bis zum 31.12. 2019.
Klinikum Osnabrück GmbH (2020): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2020 bis zum 31.12. 2020.
Klinikum Osnabrück GmbH (2021): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2021 bis zum 31.12. 2021.
Klinikum Osnabrück GmbH (2022): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2022 bis zum 31.12. 2022.
Klinikum Osnabrück GmbH (2021): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2021 bis zum 31.12. 2021.
Klinikum Osnabrück GmbH (2022): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2022 bis zum 31.12. 2022.
Klinikum Osnabrück GmbH (2023): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2023 bis zum 31.12. 2023.
Klinikum Osnabrück GmbH (2024): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2024 bis zum 31.12. 2024.
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (Hrsg.) (2023): Niedersächsischer Krankenhausplan 2023.
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (Hrsg.) (2024): Planbettenübersicht 2024.
Verfasser
Erstellt von Prof. Dr. Stefan Razik / Alle Rechte beim Verfasser
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Letzte Aktualisierung 22.07.2026
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