- Die Klinik
- Trägerstruktur und Datenbasis
- Strategische Ausrichtung
- Betten
- Beschäftige
- Entwicklung der stationären Fallzahlen
- Entwicklung des Case-Mix-Indexes
- Entwicklung des Gesamtumsatzes
- Entwicklung des Gesamtaufwands
- Entwicklung des wirtschaftlichen Ergebnisses
- Entwicklung der Rentabilitäten
- Entwicklung des wirtschaftlichen Eigenkapitals
- Entwicklung der Liquidität
- Ausblick
- Quellen
- Verfasser
- Disclaimer
Die Klinik
Die Ammerland-Klinik ist ein kommunales Krankenhaus der Schwerpunktversorgung mit Sitz in Westerstede.

Die Ammerland-Klinik verfügt über ein Bettenangebot in den folgenden medizinischen Fachabteilungen:
| Medizinische Fachabteilung | Anzahl der Betten |
| Augenheilkunde | 1 |
| Chirurgie | 105 |
| Frauenheilkunden und Geburtshilfe | 25 |
| Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde | 1 |
| Innere Medizin | 128 |
| Neurologie | 65 |
| Urologie | 40 |
Trägerstruktur und Datenbasis
Die Ammerland-Klinik wird von der Ammerland-Klinik gGmbH betrieben, die sich vollständig im Besitz des Landkreises Ammerland befindet.
Im elektronischen Unternehmensregister sind die Jahresabschlüsse der Ammerland-Klinik gGmbH für die Jahre 2018 bis 2024 hinterlegt.
Strategische Ausrichtung
Die Ammerland-Klinik ist der zentrale Gesundheitsdienstleister für das Ammerland und die angrenzenden Regionen. Eine besondere Rolle spielt die enge Kooperation mit dem Bundeswehrkrankenhaus Westerstede.
Um die Zukunftsfähigkeit zu sichern, wird die Klinik bis 2030 zum Gesundheitsquartier Ammerland umgebaut – mit einem Investitionsvolumen von 233 Millionen Euro.
Darüber hinaus ist die Ammerland-Klinik gGmbH an mehreren Servicegesellschaften und Medizinischen Versorgungszentren beteiligt.
Betten
Die Ammerland-Klinik verfügte in den Jahren 2018 bis 2024 im Mittel über 375 vollstationäre Betten.
Beschäftige
Die Zahl der Mitarbeitenden ist von 1.235 im Jahr 2018 um rund 13 Prozent auf 1.392 im Jahr 2024 angestiegen. Im Durchschnitt waren 1.330 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.
Entwicklung der stationären Fallzahlen
Vor der Corona-Pandemie waren die stationären Behandlungszahlen leicht im Wachstum begriffen.

Im ersten Pandemiejahr 2020 sank die stationäre Fallzahl um rund 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2021 blieb sie nahezu unverändert, 2022 stieg sie wieder um 6 Prozent. Ab 2023 setzte jedoch ein Abwärtstrend ein – bis 2024 gingen die stationären Aufnahmen um etwa 4 Prozent zurück. Der bisherige Höchststand von 21.892 Behandlungen aus dem Jahr 2019 wurde nicht mehr erreicht.
Entwicklung des Case-Mix-Indexes
Vor der DRG-Neugestaltung lag der Case-Mix-Index (CMI) bei 1,079 (2018) bzw. 1,056 (2019). Nach der Umstellung auf DRGa und dem pandemiebedingten Patientenrückgang sank der CMI 2020 auf 0,914 und reduzierte sich 2021 leicht auf 0,904. Den Tiefstand erreichte der CMI 2022 mit 0,874, erholte sich 2023 auf 0,919 und lag 2024 bei 0,950.
Entwicklung des Gesamtumsatzes
Der Gesamtumsatz der Ammerland-Klinik setzt sich zum größten Teil aus den Erlösen aus Krankenhausleistungen zusammen. Die Erlöse aus ambulanten Leistungen des Krankenhauses sowie die Erlöse aus den Wahlleistungen und das Nutzungsentgelt der Ärzte haben eine eher untergeordnete Bedeutung.

Der Gesamtumsatz stieg von 111 Mio. € (2018) um rund 34 Prozent auf 148 Mio. € (2024). Der pandemiebedingte Rückgang der Fallzahlen spiegelt sich in der Umsatzentwicklung nicht wider – staatliche Zuschüsse zum Ausgleich der Corona-Folgen sowie ein gestiegener Landesbasisfallwert kompensierten die Einbußen.
Entwicklung des Gesamtaufwands
Der Gesamtaufwand der Ammerland-Klinik ist von 110 Mio. € im Jahr 2018 um 57 Prozent auf 173 Mio. € im Jahr 2024 angestiegen.

Der Personalaufwand stellt einen der wesentlichen Kostenfaktoren dar. Bedingt durch einen Anstieg der Beschäftigtenzahl und durch höhere Tarif-Entgelte ist der Personalaufwand von 61 Mio. € im Jahr 2018 um rund 39 Prozent auf 84 Mio. € im Jahr 2024 angewachsen.

Ein maßgeblicher Treiber des Anstiegs des Gesamtaufwands war auch der Materialaufwand, der in dem Zeitraum von 2018 bis 2024 um rund 27 Prozent zugenommen hat.

Wesentliche Ursache für die Steigerung des Materialaufwands sind die Folgen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges.
Entwicklung des wirtschaftlichen Ergebnisses
Zur Ermittlung des Jahresüberschusses wird der erwirtschaftete Gesamtertrag dem Gesamtaufwand gegenübergestellt.

Der Jahresüberschuss entwickelte sich im Berichtszeitraum wechselhaft, blieb jedoch durchgehend positiv. Nach 8 Mio. € im Jahr 2018 fiel er 2019 um 48 Prozent auf 4 Mio. €, stieg 2020 wieder um 37 Prozent auf 6 Mio. €. Ab 2021 verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage – bis 2023 sank der Jahresüberschuss um rund 49 Prozent. 2024 setzte eine Erholung ein und der Jahresüberschuss stieg um 78 Prozent auf 5 Mio. €.
Einer der zentralen Einflussfaktoren dieser Entwicklung war das Betriebsergebnis.

Die Ammerland-Klinik erzielte im Berichtszeitraum ein schwankendes, aber durchgehend positives Betriebsergebnis. Der deutliche Anstieg des Personal- und Materialaufwands konnte ausreichend begrenzt werden.
Entwicklung der Rentabilitäten
Die Entwicklung des wirtschaftlichen Ergebnisses spiegelt sich zunächst in der betrieblichen Umsatzrendite wider. Diese Kennzahl setzt das Betriebsergebnis ins Verhältnis zum Umsatz der Ammerland-Klinik und dient somit als Indikator für die betriebswirtschaftliche Effizienz.

Die betriebliche Umsatzrendite erreichte mit rund 7 Prozent im Jahr 2018 ihren Höchstwert. In den Folgejahren reduzierte sich die betriebliche Umsatzrendite kontinuierlich und fiel bis zum Jahr 2024 um 5 Prozentpunkte. Diese Entwicklung ist insbesondere auf erheblich gestiegene Material- und Personalkosten zurückzuführen.
Die Eigenkapitalrentabilität setzt den Jahresüberschuss in Verhältnis zum Eigenkapital. Diese Kennzahl misst die Verzinsung des investierten Eigenkapitals.

Die Eigenkapitalrentabilität entwickelte sich zunächst positiv. Nach einer mehr als zufriedenstellenden Eigenkapitalrentabilität von 18 Prozent im Jahr 2018 sank diese bis zum Jahr 2024 deutlich um 11 Prozentpunkte. Diese Entwicklung spiegelt die Verschlechterung der Ertragslage wider.
Entwicklung des wirtschaftlichen Eigenkapitals
Das wirtschaftliche Eigenkapital besteht neben dem bilanziellen Eigenkapital anteilig aus dem Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Sachanlagevermögens. Dieser spiegelt die öffentlichen Mittel wider, die Krankenhäusern zur Vornahme von Investitionen gewährt werden. Die wirtschaftliche Eigenkapitalquote ergibt sich aus dem Verhältnis des wirtschaftlichen Eigenkapitals zur Bilanzsumme.

Die wirtschaftliche Eigenkapitalquote hat sich aufgrund der Ertragslage von 64 Prozent im Jahr 2018 um rund 12 Prozentpunkte auf 52 Prozent im Jahr 2024 vermindert. Die Quote lag innerhalb des betrachteten Zeitrahmens dennoch stets deutlich über dem Idealwert von 30 Prozent.
Entwicklung der Liquidität
Die Zahlungsfähigkeit soll anhand der Liquidität 3. Grades beurteilt werden. Diese Kennzahl zeigt, inwieweit ein Krankenhaus seine kurzfristigen Verbindlichkeiten mit dem gesamten Umlaufvermögen decken kann. Grundsätzlich sollte die Liquidität 3. Grades einen Wert von mindestens 100 % erreichen, um eine ausreichende Zahlungsfähigkeit sicherzustellen.

Der Liquiditätsgrad hat sich in dem Zeitraum von 2018 bis 2024 um 412 Prozentpunkte verschlechtert. Die Werte lagen jedoch durchgehend über der Mindestgrenze von 100 Prozent.
Ausblick
Der Insolvenzrisikowert misst das Risiko, dass ein Krankenhaus in den nächsten zwei Jahren in die Insolvenz geht. In die Berechnung des Insolvenzrisikowertes fließen Rendite-, Liquiditäts- und Stabilitätskennzahlen ein. Ein Risikowert unter 2 kennzeichnet eine hohe Insolvenzgefahr, eine akute Gefährdung der Einrichtung. Bei einem Score zwischen 2 und 3 ist das Krankenhaus zwar nicht akut insolvenzgefährdet, jedoch von finanziellen Schwierigkeiten bedroht. Ein Score über 3 kennzeichnet ein finanziell solides Krankenhaus.

Der Insolvenzrisikowert der Ammerland-Klinik hat sich im Berichtszeitraum reduziert. Die Werte liegen aber immer noch deutlich im Nicht-Risiko-Bereich. Aufgrund der sehr guten Liquiditäts- und Eigenkapitalausstattung und der immer noch zufriedenstellenden Ertragslage, ist die die Zukunft der Ammerland-Klinik nicht gefährdet.
Quellen
Ammerland Klinik gGmbH (2018): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2018 bis zum 31.12. 2018.
Ammerland Klinik gGmbH (2019): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2019 bis zum 31.12. 2019.
Ammerland Klinik gGmbH (2020): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2020 bis zum 31.12. 2020.
Ammerland Klinik gGmbH (2021): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2021 bis zum 31.12. 2021.
Ammerland Klinik gGmbH (2022): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2022 bis zum 31.12. 2022.
Ammerland Klinik gGmbH (2023): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2023 bis zum 31.12. 2023.
Ammerland Klinik gGmbH (2024): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2024 bis zum 31.12. 2024.
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (Hrsg.) (2023): Niedersächsischer Krankenhausplan 2023.
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (Hrsg.) (2024): Planbettenübersicht 2024.
Verfasser
Erstellt von Prof. Dr. Stefan Razik – Alle Rechte beim Verfasser
Haben Sie Fragen zum Report oder benötigen Sie weitere Infos? Melden Sie sich einfach beim Verfasser
Letzte Aktualisierung 25.05. 2026
Disclaimer
Die auf diesem Blog bereitgestellten Inhalte dienen ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Sie stellen keine Anlageberatung, Finanzberatung, Steuerberatung oder sonstige professionelle Beratung dar. Alle Analysen, Einschätzungen und Meinungen spiegeln die persönliche Meinung des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wider und können sich ohne Ankündigung ändern.
Der Report wurde auf der Basis wissenschaftlicher Qualitätskriterien erstellt. Der Autor übernimmt keine vollumfassende Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der bereitgestellten Informationen. Der Autor haftet nicht für Verluste oder Schäden, die direkt oder indirekt aus der Nutzung oder dem Vertrauen auf die Inhalte dieses Blogs entstehen.
Hinterlasse einen Kommentar