- Die Kliniken
- Trägerstruktur und Datenbasis
- Strategische Ausrichtung
- Betten
- Beschäftigte
- Entwicklung der stationären Fallzahlen
- Entwicklung des Case-Mix-Indexes
- Entwicklung des Gesamtumsatzes
- Entwicklung des Gesamtaufwands
- Entwicklung des wirtschaftlichen Ergebnisses
- Entwicklung der betrieblichen Umsatzrendite
- Entwicklung des wirtschaftlichen Eigenkapitals
- Entwicklung der Liquidität
- Ausblick
- Quellen
- Verfasser
- Disclaimer
Die Kliniken
Die Ubbo-Emmius-Klinik Aurich ist ein kommunales Krankenhaus der Regelversorgung.

Die Klinik verfügt über ein Leistungsangbot in den folgenden medizinischen Fachrichtungen:
| Medizinische Fachrichtung | Betten |
| Chirurgie | 103 |
| Frauenheilkunde und Geburtshilfe | 25 |
| Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde | 7 |
| Innere Medizin | 147 |
| Kinder- und Jugendmedizin | 24 |
| Strahlentherapie | 19 |
| Urologie | 1 |
Die Ubbo-Emmius-Klinik Norden war ursprünglich ein Krankenhaus mit einem somatischen und psychiatrischen Leistungsspektrum und wurde Ende des Jahres 2023 in ein Regionales Gesundheitszentrum (RGZ) umgewandelt. Von dieser Umstrukturierung war die psychiatrische Versorgung nicht betroffen.
Somit bestehen am Standort Norden zwei Einrichtungen: zum einen die Ubbo-Emmius-Klinik Norden als RGZ, zum anderen die Ubbo-Emmius-Klinik Norden für die psychiatrische Versorgung.

Trägerstruktur und Datenbasis
Die Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH befand sich zunächst in der Trägerschaft des Landkreises Aurich. Im August 2018 hat der Landkreis Aurich seine Anteile an der Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH an die Kliniken Aurich-Emden-Norden mbH (ANEVITA) übertragen. ANEVITA ist ein kommunaler Krankenhausverbund, zu dem neben den Ubbo-Emmius-Kliniken in Aurich und Norden auch das Klinikum Emden gehören. Träger dieses Verbundes ist neben dem Landkreis Aurich, die Stadt Emden.
Die Ubbo-Emmius-Kliniken in Aurich und Norden sowie das Regionale Gesundheitszentrum in Norden wurden in den Krankenhausplan des Landes Niedersachsen aufgenommen. Rechtlicher Träger dieser Einrichtungen ist die Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH. Die Jahresabschlüsse und die Lageberichte dieser Gesellschaft sind im elektronischen Unternehmensregister für den Zeitraum von 2018 bis 2024 einsehbar. Es liegen daher nur eingeschränkt Daten zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der einzelnen Kliniken vor.
Strategische Ausrichtung
Die Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH ist in den strategischen Kontext des ANEVITA-Klinikverbund eingebunden. Ziel dieses Zusammenschlusses kommunaler Kliniken ist die Sicherstellung einer hochwertigen Gesundheitsversorgung für den Landkreis Aurich und die Stadt Emden.
Eines der zentralen Zukunftsprojekte des ANEVITA-Verbundes ist der Bau eines neuen Zentralklinikums für die Region, das voraussichtlich im Jahr 2029 den Betrieb aufnehmen soll. Mit dem Beschluss für dieses Zentralklinikum gibt die Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH ihre bisherige Strategie mit zwei Klinikstandorten in Aurich und Norden auf.
Im Zuge einer Neustrukturierung wurde der Standort Norden in ein Regionales Gesundheitszentrum umgewandelt, während die psychiatrische Versorgung dort weiterhin bestehen bleibt. Am Standort Aurich hingegen wurden die Bettenkapazitäten ausgebaut.
Neben den drei Kliniken betreibt der ANEVITA-Verbund diverse Medizinische Versorgungszentren und Servicegesellschaften.
Betten
Die Ubbo-Emmius-Klinik Aurich verfügte in den Jahren 2018 bis 2023 über 283 Betten. In dem gleichen Zeitraum wurde die Ubbo-Emmius-Klinik Norden mit 258 Betten in den Landeskrankenhausplan aufgenommen. Hiervon waren circa 40 % für die psychiatrische Versorgung vorgesehen.
Durch durch Umwandlung des Standortes Norden in ein RGZ mit 25 Betten, hat sich die Bettenzahl am Standort Aurich im Jahr 2024 auf 333 erhöht. Die psychiatrische Abteilung der Ubbo-Emmius-Klinik Norden war von der Neustrukturierung nicht betroffen und wurde mit 105 Betten die Landeskrankenhausplanung aufgenommen.
Beschäftigte
Die Zahl der Mitarbeitenden der Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH ist von 1.215 im Jahr 2018 um rund 17 Prozent auf 1.463 im Jahr 2022 angestiegen. In dem Zeitraum von 2023 bis 2024 hat sich die Zahl der Beschäftigten aufgrund der Neustrukturierung um insgesamt 2 Prozent verringert. Im Durchschnitt waren 1.352 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.
Entwicklung der stationären Fallzahlen
Vor der Corona-Pandemie waren die stationären Behandlungszahlen leicht im Wachstum begriffen.

Im Jahr 2020, dem ersten Jahr der Corona-Pandemie, sank die stationäre Fallzahl im Vergleich zum Vorjahr um rund 8 Prozent. Im Jahr 2021 kam es zu einer leichten Erholung mit einem Anstieg der stationären Behandlungszahlen um etwa 3 Prozent. Seit dem Jahr 2022 ist hingegen ein leichter Abwärtstrend bei den stationären Aufnahmen zu beobachten. Bis zum Jahr 2024 ging die Zahl der stationären Behandlungen insgesamt um rund 3 Prozent zurück. Die bisher höchste Zahl der stationären Aufnahmen – 24.031 Patienten im Jahr 2019 – konnte jedoch nicht wieder erreicht werden.
Entwicklung des Case-Mix-Indexes
Der Case-Mix-Indes (CMI) lag vor der DRG-Neugestaltung bei einem Wert von 0,908 im Jahr 2018 und 0,887 im Jahr 2019. Nach der DRG-Umstellung und dem pandemiebedingten Patientenrückgang hat sich der CMI im Jahr 2020 reduziert und betrug 0,740. Im Jahr 2021 lässt sich ein leichter Rückgang des CMI auf 0,736 feststellen. Im Jahr 2022 erhöhte sich der CMI auf 0,739. Das Jahr 2023 ging mit einem Wachstum des CMI auf 0,743 einher.
Entwicklung des Gesamtumsatzes
Der Gesamtumsatz der Ubbo-Emmius-Kliniken in Aurich und Norden setzt sich zum größten Teil aus den Erlösen aus Krankenhausleistungen zusammen. Die Erlöse aus ambulanten Leistungen des Krankenhauses sowie die Erlöse aus den Wahlleistungen und das Nutzungsentgelt der Ärzte haben eine eher untergeordnete Bedeutung. Bei den Erlösen aus Krankenhausleistungen ist zusätzlich anzumerken, dass diese nicht nur auf DRG-Leistungen, sondern auch auf PEPP-Entgelten beruhen.

Der Gesamtumsatz stieg zunächst von 108 Mio. € im Jahr 2018 um rund 15 % auf 123 Mio. € im Jahr 2022. Auffällig ist, dass sich der pandemiebedingte Rückgang der Fallzahlen nicht in der Umsatzentwicklung niederschlug. Dies ist insbesondere auf staatliche Zuschüsse zur Abfederung der Auswirkungen der Corona-Pandemie zurückzuführen.
Im Jahr 2023 ging der Gesamtumsatz leicht um etwa 3 % zurück. Als wesentliche Ursachen sind zum einen der Wegfall der Corona-Hilfen und zum anderen rückläufige Patientenzahlen zu nennen.
Im Jahr 2024 konnte der Gesamtumsatz trotz weiterhin sinkender Fallzahlen wieder um rund 4 % gesteigert werden. Dies ist vor allem auf einen gestiegenen Landesbasisfallwert sowie höhere Erlöse aus der Medikamentenherstellung zurückzuführen.
Entwicklung des Gesamtaufwands
Der Gesamtaufwand der Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH ist von 119 Mio. € im Jahr 2018 um 25 Prozent auf 148 Mio. € im Jahr 2024 angestiegen.

Der Personalaufwand stellt einen der wesentlichen Kostenfaktoren dar. Bedingt durch einen Anstieg der Beschäftigtenzahl und durch höhere Tarif-Entgelte ist der Personalaufwand von 72 Mio. € im Jahr 2018 um rund 16 Prozent auf 83 Mio. € im Jahr 2024 angewachsen.

Ein maßgeblicher Treiber des Anstiegs des Gesamtaufwands war auch der Materialaufwand, der in dem Zeitraum von 2018 bis 2024 um rund 55 Prozent zugenommen hat.

Wesentliche Ursache hierfür sind die Folgen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges, die den Materialeinsatz erhöht haben.
Entwicklung des wirtschaftlichen Ergebnisses
Zur Ermittlung des Jahresüberschusses wird der erwirtschaftete Gesamtertrag dem Gesamtaufwand gegenüberstellt.

Die Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH hat im gesamten Berichtszeitraum kontinuierlich Verluste erwirtschaftet. Mit einem Jahresfehlbetrag von 16 Mio. € wurde im Jahr 2023 das schlechteste Ergebnis innerhalb des betrachteten Zeitraums verzeichnet. Im Jahr 2024 konnte der Fehlbetrag zwar reduziert werden, dennoch bleibt die Ertragslage insgesamt unbefriedigend.

Das Betriebsergebnis stellte einen maßgeblichen Treiber dieser Entwicklung dar. Es verzeichnete eine ähnlich negative Entwicklung wie der Jahresüberschuss. Der Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH ist es infolge der anhaltend steigenden Material- und Personalkosten nicht gelungen, ein positives operatives Ergebnis zu erzielen. Zudem sind restrukturierungsbedingte Mehraufwendung zu beachten.

Entwicklung der betrieblichen Umsatzrendite
Die Entwicklung des wirtschaftlichen Ergebnisses spiegelt sich in der betrieblichen Umsatzrendite wider. Diese Kennzahl setzt das Betriebsergebnis ins Verhältnis zum Umsatz des Klinikums und dient somit als Indikator für die betriebswirtschaftliche Effizienz.

Analog zur Entwicklung des Betriebsergebnisses blieb die betriebliche Umsatzrendite innerhalb des Berichtszeitraums negativ. Diese Entwicklung spiegelt die angespannte Ertragslage wider, in der sich die Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH befindet.
Entwicklung des wirtschaftlichen Eigenkapitals
Das wirtschaftliche Eigenkapital besteht neben dem bilanziellen Eigenkapital anteilig aus dem Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Sachanlagevermögens. Dieser spiegelt die öffentlichen Mittel wider, die Krankenhäusern zur Vornahme von Investitionen gewährt werden. Die wirtschaftliche Eigenkapitalquote setzt das wirtschaftliche Eigenkapital ins Verhältnis zur Bilanzsumme.

Die Entwicklung der wirtschaftlichen Eigenkapitalquote der Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH war sehr wechselhaft. In den Jahren 2028, 2019 und 2022 wies die Gesellschaft ein negatives Eigenkapital aus. Erst durch Einzahlungen in die Kapitalrücklage in den Jahren 2013 und 2024 konnte das wirtschaftliche Eigenkapital erhöht werden. Die nun erzielte Quote von 16 Prozent im Jahr 2024 ist dennoch nicht als ideal zu bezeichnen, da sie deutlich unterhalb des Idealwertes von 30% liegt.
Entwicklung der Liquidität
Die Zahlungsfähigkeit soll anhand der Liquidität 3. Grades beurteilt werden. Diese Kennzahl zeigt, inwieweit ein Krankenhaus seine kurzfristigen Verbindlichkeiten mit dem gesamten Umlaufvermögen decken kann. Grundsätzlich sollte die Liquidität 3. Grades einen Wert von mindestens 100 % erreichen, um eine ausreichende Zahlungsfähigkeit sicherzustellen.

Die Liquidität 3. Grades hat sich durch Liquiditätszuschüsse des Landkreises Friesland deutlich verbessert und ist insgesamt um 48 Prozentpunkte gestiegen.
Ausblick
Der Insolvenzrisikowert misst das Risiko, dass ein Krankenhaus in den nächsten zwei Jahren in die Insolvenz geht. In die Berechnung des Insolvenzrisikowertes fließen Rendite-, Liquiditäts- und Stabilitätskennzahlen ein. Ein Risikowert unter 2 kennzeichnet eine hohe Insolvenzgefahr, eine akute Gefährdung der Einrichtung. Bei einem Score zwischen 2 und 3 ist das Krankenhaus zwar nicht akut insolvenzgefährdet, jedoch von finanziellen Schwierigkeiten bedroht. Ein Score über 3 kennzeichnet ein finanziell solides Krankenhaus.

Der Insolvenzrisikowert der Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH hat sich infolge umfangreicher Stützungsmaßnahmen des Landkreises Friesland im Jahr 2024 deutlich verbessert. Gleichwohl befindet sich die Gesellschaft weiterhin in einer angespannten wirtschaftlichen Lage. Es ist daher dringend erforderlich, die Maßnahmen zur Stärkung des Eigenkapitals sowie der Ertragskraft konsequent fortzuführen. Die Zugehörigkeit zum kommunalen Krankenhausverbund ANEVITA sollte dabei gezielt genutzt werden, um zusätzliche Effizienzpotenziale zu erschließen.
Quellen
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (Hrsg.) (2023): Niedersächsischer Krankenhausplan 2023.
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (Hrsg.) (2024): Planbettenübersicht 2024.
Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH (2018): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2018 bis zum 31.12. 2018.
Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH (2019): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2019 bis zum 31.12. 2019.
Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH (2020): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2020 bis zum 31.12. 2020.
Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH (2021): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2021 bis zum 31.12. 2021.
Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH (2022): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2022 bis zum 31.12. 2022.
Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH (2023): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2023 bis zum 31.12. 2023.
Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH (2024): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2024 bis zum 31.12. 2024.
Verfasser
Erstellt von Prof. Dr. Stefan Razik
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Letzte Aktualisierung am 29.04.2026
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