- Das Krankenhaus
- Trägerstruktur und Datenbasis
- Geschäftsmodell
- Betten
- Beschäftigte
- Entwicklung der stationären Fallzahlen
- Entwicklung des Case-Mix-Indexes
- Entwicklung des Gesamtumsatzes
- Entwicklung des Gesamtaufwands
- Entwicklung des wirtschaftlichen Ergebnisses
- Entwicklung der Rentabilitäten
- Entwicklung des wirtschaftlichen Eigenkapitals
- Entwicklung der Liquidität
- Ausblick
- Quellen
- Verfasser
- Disclaimer
Das Krankenhaus
Das St. Josefs-Hospital ist ein kirchliches Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit Sitz in Cloppenburg.

Die Klinik verfügt über ein Bettenangebot in den folgenden medizischen Fachabteilungen:
| Medizinische Fachabteilung | Anzahl Betten |
| Augenheilkunde | 1 |
| Chirurgie | 71 |
| Frauenheilkunde und Geburtshilfe | 18 |
| Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde | 7 |
| Innere Medizin | 123 |
| Orthopädie | 32 |
Trägerstruktur und Datenbasis
Das St. Josefs-Hospital wird von der St. Josefs-Hospital Cloppenburg gGmbH betrieben. Hauptanteilseignerin der Gesellschaft ist die Schwester-Euthymia-Stiftung.
Im elektronischen Unternehmensregister sind die Jahresabschlüsse der St. Josefs-Hospital Cloppenburg gGmbH für die Jahre 2018 bis 2024 hinterlegt.
Geschäftsmodell
Das St. Josefs-Hospital versteht sich als medizinisches Zentrum für die Region Cloppenburg. Die stationäre und ambulante Versorgung sind eng miteinander verzahnt. So betreibt die St. Josefs-Hospital Cloppenburg gGmbH neben dem St. Josefs-Hospital auch das Medizinische Versorgungszentrum Cloppenburg. Eine Besonderheit stellt das an das St. Josefs-Hospital angegliederte Gemeindepsychiatrische Zentrum (GPZ) dar, in dem seelisch beeinträchtigte Menschen betreut werden.
Betten
Das St. Josefs-Hospital verfügte in den Jahren 2018 bis 2024 im Mittel über 252 vollstationäre Betten.
Beschäftigte
Die Zahl der Mitarbeitenden ist zunächst von 760 im Jahr 2018 um rund 2 Prozent auf 774 im Jahr 2023 angestiegen. Im Jahr 2024 fiel die Zahl der Beschäftigten um 4 Prozent auf 744. Im Durchschnitt waren 767 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.
Entwicklung der stationären Fallzahlen
Bereits der Corona-Pandemie waren die stationären Behandlungszahlen leicht rückläufig.

Im Jahr 2020, dem ersten Jahr der Corona-Pandemie, sank die stationäre Fallzahl im Vergleich zum Vorjahr deutlich um rund 15 Prozent. Im Jahr 2021 fielen die stationären Behandlungszahlen leicht um rund 3 Prozent. Im Jahr 2022 konnte die Zahl der stationären Aufnahme nur minimal gesteigert werden. 2023 und 2024 verzeichnete die Klinik jeweils ein Wachstum der stationären Aufnahmen um rund 6 Prozent. Die bislang höchste Zahl der stationären Aufnahmen, 12.889 Patienten im Jahr 2018, konnte jedoch nicht mehr erreicht werden.
Entwicklung des Case-Mix-Indexes
Der Case-Mix-Index (CMI) lag vor der DRG-Neugestaltung bei einem Wert von 1,06 im Jahr 2018 und 1,04 im Jahr 2019. Nach der DRG-Umstellung und dem pandemiebedingten Patientenrückgang hat sich der CMI im Jahr 2020 reduziert und betrug 0,87. Im Jahr 2021 blieb der CMI unverändert. In den Jahren 2022 und 2023 lässt sich ein Sinken des CMI auf 0,85 bzw. 0,83 feststellen. Im Jahr 2024 ist der CMI leicht auf 0,840 angestiegen.
Entwicklung des Gesamtumsatzes
Der Gesamtumsatz des St-Josefs Hospitals setzt sich zum größten Teil aus den Erlösen aus Krankenhausleistungen zusammen. Die Erlöse aus ambulanten Leistungen des Krankenhauses sowie die Erlöse aus den Wahlleistungen und das Nutzungsentgelt der Ärzte haben eine eher untergeordnete Bedeutung.

Der Gesamtumsatz entwickelte sich von 70 Mio. € im Jahr 2018 auf 77 Mio. € im Jahr 2022 (+10 Prozent). Die pandemiebedingten Rückgänge der Fallzahlen spiegelten sich dank staatlicher Kompensationszahlungen nicht in der Umsatzentwicklung wider. Im Jahr 2023 verringerte sich der Umsatz mit dem Auslaufen der Corona-Hilfen um rund 2 Prozent, bevor er 2024 infolge höherer Fallzahlen wieder deutlich um 11 % zunahm.
Entwicklung des Gesamtaufwands
Der Gesamtaufwand des St. Josefs-Hospitals ist von 74 Mio. € im Jahr 2018 um 28 Prozent auf 95 Mio. € im Jahr 2024 angestiegen.

Der Personalaufwand stellt einen der wesentlichen Kostenfaktoren dar. Bedingt durch einen Anstieg der Beschäftigtenzahl und durch höhere Tarif-Entgelte ist der Personalaufwand von 43 Mio. € im Jahr 2018 um rund 25 Prozent auf 54 Mio. € im Jahr 2024 angewachsen.

Ein maßgeblicher Treiber des Anstiegs des Gesamtaufwands war auch der Materialaufwand, der in dem Zeitraum von 2018 bis 2024 um rund 30 Prozent zugenommen hat.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges haben den Materialeinsatz deutlich erhöht.
Entwicklung des wirtschaftlichen Ergebnisses
Zur Ermittlung des Jahresüberschusses wird der erwirtschaftete Gesamtertrag dem Gesamtaufwand gegenübergestellt.

Der Jahresüberschuss entwickelte sich im Berichtszeitraum wechselhaft. Bereits vor der Corona-Pandemie arbeitete das St. Josefs Hospital in der Verlustzone. Im Jahr 2020 wuchs der Jahresüberschuss aufgrund pandemiebedingter Sondereffekte signifikant um über 180 Prozent. Ab dem Geschäftsjahr 2021 verschlechterte sich die Ertragslage hingegen spürbar, der Gewinn brach bis zum Jahr 2022 über 3.000 TEUR ein. Im Jahr 2023 wurde dieser Abwärtstrend gebremst. Mit einem Jahresüberschuss von 1.833 TEUR wurde in diesem Jahr das besten Ergebnisse im betrachteten Zeitraum erzielt. Im Jahr 2024 ging der Jahresüberschuss wieder deutlich um über 2.000 TEUR zurück.

Das Betriebsergebnis stellte einen maßgeblichen Treiber dieser Entwicklung dar. Im Jahr 2018 erwirtschaftete das St. Josefs‑Hospital zwar einen Betriebsgewinn, dieser reichte jedoch nicht aus, um das negative Finanzergebnis und die Steuerlast zu kompensieren. 2019 schloss auch das Betriebsergebnis negativ. In den Jahren 2020 und 2021 ermöglichten staatliche Kompensationen im Rahmen der Corona-Pandemie Betriebsgewinne, die die Belastungen aus Finanzergebnis und Steuern ausglichen. 2022 führten reduzierte Unterstützungsleistungen und deutlich gestiegene Materialaufwendungen infolge des Ukraine-Kriegs zu einem negativen Betriebsergebnis. 2023 wurde durch sanierungsbedingte Sondereffekte ein positiver Ergebnisausweis erreicht, während 2024 erneut ein leichter Betriebsverlust zu verzeichnen war.

Entwicklung der Rentabilitäten
Die Entwicklung des wirtschaftlichen Ergebnisses spiegelt sich zunächst in der betrieblichen Umsatzrendite wider. Diese Kennzahl setzt das Betriebsergebnis ins Verhältnis zum Umsatz eines Krankenhauses und dient somit als Indikator für die betriebswirtschaftliche Effizienz.

Analog zur Entwicklung des Betriebsergebnisses zeigte sich auch bei der betrieblichen Umsatzrendite ein wechselhafter Verlauf. Nach einer leicht positiven Rendite im Jahr 2018, fiel die betriebliche Umsatzrendite im Jahr 2019 in den negativen Bereich. Im Jahr 2020 erhöhte sich die betriebliche Umsatzrendite um über 5 Prozentpunkte und erreichte mit rund 2,97 Prozent den höchsten Wert des Analysezeitraums. Ab dem Jahr 2021 war jedoch ein kontinuierlicher Rückgang zu verzeichnen. Bis zum Jahr 2022 verringerte sich die betriebliche Umsatzrendite insgesamt um über 4 Prozentpunkte. Nach einer deutlichen Erholung im Jahr 2023, verringerte sich die betriebliche Umsatzrendite bis im Jahr 2024 um über 3 Prozentpunkte. Diese Entwicklung verdeutlicht die angespannte Ertragslage, die sich bereits im Betriebsergebnis widerspiegelte.
Die Eigenkapitalrentabilität setzt den Jahresüberschuss in Verhältnis zum Eigenkapital. Diese Kennzahl misst die Verzinsung des investierten Eigenkapitals.

Die Eigenkapitalrentabilität entwickelte sich im Betrachtungszeitraum sehr volatil. In den Jahren 2018 und 2019 war die Eigenkapitalrentabilität negativ, mit einem Tiefpunkt von rund −12 Prozent im Jahr 2019. 2020 führten pandemiebedingte Sondereffekte zu einer deutlichen Verbesserung. 2021 kam es zu einem erneuten Rückgang, der sich 2022 fortsetzte. 2023 erhöhte sich die Kennzahl gegenüber 2022 um mehr als zehn Prozentpunkte und erreichte mit rund 10 Prozent den Höchststand im Betrachtungszeitraum, bevor sie 2024 wieder um über 12 Prozentpunkte sank.
Entwicklung des wirtschaftlichen Eigenkapitals
Das wirtschaftliche Eigenkapital besteht neben dem bilanziellen Eigenkapital anteilig aus dem Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Sachanlagevermögens. Dieser spiegelt die öffentlichen Mittel wider, die Krankenhäusern zur Vornahme von Investitionen gewährt werden. Die wirtschaftliche Eigenkapitalquote ergibt sich aus dem Verhältnis des wirtschaftlichen Eigenkapitals zur Bilanzsumme.

Die wirtschaftliche Eigenkapitalquote war Schwankungen unterworfen und blieb stets unter dem Idealwert von 30 Prozent.
Entwicklung der Liquidität
Die Zahlungsfähigkeit soll anhand der Liquidität 3. Grades beurteilt werden. Diese Kennzahl zeigt, inwieweit ein Krankenhaus seine kurzfristigen Verbindlichkeiten mit dem gesamten Umlaufvermögen decken kann. Grundsätzlich sollte die Liquidität 3. Grades einen Wert von mindestens 100 % erreichen, um eine ausreichende Zahlungsfähigkeit sicherzustellen.

Die Liquidität 3. Grades erhöhte sich von 2018 bis 2020 um insgesamt 7 Prozentpunkte. Im Jahr 2021 sank sie um 10 Prozentpunkte auf 92 Prozent und wies in den darauffolgenden Jahren lediglich geringe Schwankungen auf. Mit Ausnahme des Jahres 2020 blieb die Liquidität 3. Grades dabei unter dem Referenzwert von 100 Prozent.
Ausblick
Der Insolvenzrisikowert misst das Risiko, dass ein Krankenhaus in den nächsten zwei Jahren in die Insolvenz geht. In die Berechnung des Insolvenzrisikowertes fließen Rendite-, Liquiditäts- und Stabilitätskennzahlen ein. Ein Risikowert unter 2 kennzeichnet eine hohe Insolvenzgefahr, eine akute Gefährdung der Einrichtung. Bei einem Score zwischen 2 und 3 ist das Krankenhaus zwar nicht akut insolvenzgefährdet, jedoch von finanziellen Schwierigkeiten bedroht. Ein Score über 3 kennzeichnet ein finanziell solides Krankenhaus.

Der Insolvenzrisikowert des St. Josefs-Hospitals lag innerhalb des Berichtszeitraums stets im Risikobereich. Daher müssen dringend weitere Maßnahmen zur Stärkung der Ertragskraft, der Eigenkapitalausstattung und zur Verbesserung der Liquidität eingeleitet werden.
Quellen
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (Hrsg.) (2023): Niedersächsischer Krankenhausplan 2023.
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (Hrsg.) (2024): Planbettenübersicht 2024.
St. Josefs-Hospital Cloppenburg gGmbH (2018): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2018 bis zum 31.12. 2018.
St. Josefs-Hospital Cloppenburg gGmbH (2019): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2019 bis zum 31.12. 2019.
St. Josefs-Hospital Cloppenburg gGmbH (2020): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2020 bis zum 31.12. 2020.
St. Josefs-Hospital Cloppenburg gGmbH (2021): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2021 bis zum 31.12. 2021.
St. Josefs-Hospital Cloppenburg gGmbH (2022): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2022 bis zum 31.12. 2022.
St. Josefs-Hospital Cloppenburg gGmbH (2023): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2023 bis zum 31.12. 2023.
St. Josefs-Hospital Cloppenburg gGmbH (2024): Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 01.01. 2024 bis zum 31.12. 2024.
Verfasser
Erstellt von Prof. Dr. Stefan Razik – Alle Rechte beim Verfasser
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Letzte Aktualisierung 01.06.2026
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